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LMS vs. SIS vs. Schul-ERP: Was Ihre Schule wirklich braucht

Drei Abkürzungen, überlappende Funktionen und Anbieter, die angeblich alles können. Eine verständliche Erklärung, was jedes System leistet, wo sie sich überschneiden und wie Sie entscheiden, was Ihre Schule braucht.

Autor
Ilmoria-Team
Aktualisiert
Lesezeit
8 Min. Lesezeit

Wer Software für die Schule sucht, stößt auf drei Bezeichnungen: LMS, SIS und ERP, oft gemeinsam als „Schulverwaltungssoftware“ verkauft. Anbieter dehnen jede Bezeichnung aus, damit sie mehr abdeckt, sodass dieselbe Funktion unter allen dreien auftauchen kann. Am Ende werden Noten an zwei Stellen eingetragen, die Telefonnummern der Eltern unterscheiden sich von System zu System, und niemand weiß sicher, welcher Datensatz stimmt.

Dieser Ratgeber erklärt die Frage LMS vs. SIS verständlich, nimmt das Schul-ERP hinzu, zeigt, wo sich die drei überschneiden, und gibt Ihnen einen einfachen Weg, um zu entscheiden, was Ihre Schule oder Hochschule tatsächlich braucht.

Was ein LMS leistet

In einem Lernmanagementsystem (LMS) findet Lehren und Lernen statt. Lehrkräfte erstellen Kurse, veröffentlichen Lektionen, stellen Aufgaben und Quizze, korrigieren Arbeiten und geben Feedback. Lernende lernen, reichen Arbeiten ein und sehen ihre Ergebnisse. An Schulen verfolgen auch Eltern dort den Fortschritt.

  • Kurse, Lektionen und Lernmaterialien
  • Aufgaben, Quizze und Prüfungen
  • Korrektur, Bewertungsraster und Feedback
  • Ein Notenbuch für laufende Leistungen
  • Diskussionen, Ankündigungen und Nachrichten
  • Links zu Live-Unterricht und Stundenplänen

Die täglichen Nutzer sind Lehrkräfte und Lernende. Ein LMS beurteilen Sie danach, ob Lehren und Lernen einfacher werden.

Was ein SIS leistet

Ein Student Information System (SIS), auf Deutsch oft Schülerverwaltungssoftware genannt, ist das maßgebliche System für die Daten der Lernenden. Es hält fest, wer jede Schülerin und jeder Schüler ist, wofür sie eingeschrieben sind und welche offiziellen Ergebnisse sie haben.

  • Aufnahme, Bewerbungen und Einschreibung
  • Daten zu Lernenden und Familien
  • Klassenlisten, Kursgruppen und Stundenpläne
  • Offizielle Anwesenheit
  • Endnoten, Notenauszüge und GPA
  • Berichte für Ministerien, Akkreditierungsstellen und Aufsichtsgremien

Die täglichen Nutzer sind Schülerverwaltung oder Studierendensekretariat, Studierendenservice und Schulverwaltung. In mehreren Ländern müssen Schulen außerdem an eine staatliche Plattform berichten, etwa an Noor, das System des saudischen Bildungsministeriums für Schuldaten, Anwesenheit und Ergebnisse. Welches System auch immer Ihre offiziellen Daten führt, es muss liefern können, was diese Plattformen verlangen.

Was ein Schul-ERP leistet

ERP steht für Enterprise Resource Planning. Im Bildungsbereich meint der Begriff meist Software für die betriebliche Seite einer Schule: Finanzen, Gebühren, Personal, Einkauf und Betrieb. Viele Produkte, die als Schul-ERP oder Schulverwaltungssoftware verkauft werden, enthalten auch SIS-Funktionen, und manche bringen ein einfaches LMS mit.

  • Gebührenordnungen, Rechnungen, Zahlungen und Quittungen
  • Personalakten, Verträge und Gehaltsabrechnung
  • Einkauf, Anlagen und Inventar
  • Schülerbeförderung, Mensa und Bibliothek
  • Finanzberichte

Die täglichen Nutzer sind Mitarbeitende aus Finanzen, Personal und Betrieb. Ein ERP beurteilen Sie danach, ob die Schule effizient läuft und die Buchhaltung stimmt. Wenn Sie Produkte vergleichen, die unter dieser Bezeichnung verkauft werden, führt Sie unser Ratgeber zur Schulverwaltungssoftware durch die Auswahl.

Wo sich die drei überschneiden

Die meiste Verwirrung entsteht in fünf Bereichen, die mehr als ein System für sich beansprucht:

BereichLMSSISERP
NotenNoten für laufende Leistungen und NotenbuchOffizielle Endnoten und NotenauszügeSelten beteiligt
EinschreibungZugang zu KursenAufnahme und offizielle EinschreibungDurch die Einschreibung ausgelöste Gebühren
ElternFortschritt und NachrichtenKontaktdaten und FamiliendatenRechnungen und Zahlungen
AnwesenheitTeilnahme an Unterricht und Live-StundenOffizielles AnwesenheitsregisterAnwesenheit des Personals
ZahlungenSelten beteiligtManchmal GebührenstatusKernfunktion

Die Regel, die die meisten Probleme verhindert: Jede Information braucht genau ein führendes System, nämlich das, in dem sie angelegt und korrigiert wird. Andere Systeme dürfen sie anzeigen, sollten aber nicht darum konkurrieren, die maßgebliche Quelle zu sein. Überschneidende Funktionen sind in Ordnung, zwei führende Systeme für dieselben Daten sind es nicht.

Anzeichen, dass Ihre aktuelle Lösung nicht funktioniert

  • Lehrkräfte tragen dieselbe Note in zwei Systeme ein, und die beiden weichen manchmal voneinander ab.
  • Das Sekretariat exportiert jede Woche eine Tabelle aus einem System, um sie in ein anderes hochzuladen.
  • Eltern brauchen getrennte Zugänge für Noten, Nachrichten und Gebühren.
  • Niemand kann mit Sicherheit sagen, welche Telefonnummer oder Adresse einer Familie aktuell ist.
  • Die Erstellung der Notenauszüge am Jahresende kostet Tage manueller Prüfung.
  • Ein neuer Schüler besucht tagelang den Unterricht, bevor er in allen Systemen auftaucht.

Ein oder zwei dieser Punkte sind normale Reibung. Mehrere zusammen bedeuten meist, dass nie entschieden wurde, welches System welche Daten führt. Ein weiteres System macht dann alles schlimmer, wenn Sie das nicht zuerst klären.

Verbundene Systeme oder eine Plattform?

Es gibt zwei grundsätzliche Wege, Unterricht, Leistungsdaten und Finanzen abzudecken.

Spezialisierte Systeme, miteinander verbunden

Sie wählen in jedem Bereich das stärkste Produkt und verbinden die Produkte über Integrationen.

  • Stärken: Tiefe in jedem Bereich und die Freiheit, ein Teil auszutauschen, ohne alles zu ersetzen. Das passt zu großen Einrichtungen mit spezialisierten Teams.
  • Kosten: Integrationen, die gebaut und gepflegt werden müssen, mehr Anbieter und Verträge sowie Daten, die auseinanderlaufen, wenn eine Synchronisierung unbemerkt fehlschlägt.

Standards verringern den Aufwand. Der Standard OneRoster von 1EdTech deckt Klassenlisten und den Notenaustausch zwischen Systemen ab, und mit LTI lassen sich externe Werkzeuge innerhalb eines LMS öffnen. Fragen Sie die Anbieter, welche Standards sie heute unterstützen, welche davon zertifiziert und welche nur geplant sind.

Eine Plattform

Eine einzige Plattform deckt Unterricht und Leistungsdaten ab, manchmal auch Gebühren.

  • Stärken: eine Anmeldung, ein Datenbestand und nichts zu synchronisieren. Endnoten fließen ohne Abtippen in die Notenauszüge, und Schulung und Support sind einfacher.
  • Kosten: Die Tiefe kann zwischen den Modulen schwanken, einzelne Teile lassen sich schwerer austauschen, und Sie sind stärker von einem einzigen Anbieter abhängig.

Das Modell, auf das sich viele Schulen einigen

Ein verbreiteter Mittelweg ist ein LMS, das auch die Leistungsdaten verwaltet, von den laufenden Leistungen über Endnoten, Notenauszüge und das Elternportal bis zur Aufnahme, ergänzt um separate Buchhaltungs- und Personalsoftware. Unterricht und Leistungsdaten teilen sich einen Datenbestand, während die Finanzen in Werkzeugen bleiben, die für die Buchhaltung gebaut sind.

Planen Sie den Datenfluss vor dem Kauf

Zeichnen Sie, bevor Sie mit Anbietern sprechen, eine einfache Datenlandkarte auf einer Seite. Listen Sie die wichtigsten Datensätze untereinander auf: Lernende, Familien, Personal, Kurse, Einschreibungen, Noten für laufende Leistungen, Endnoten, Anwesenheit, Rechnungen und Zahlungen. Notieren Sie zu jedem, welches System ihn anlegt, welche Systeme ihn lesen müssen und wie oft er sich ändert.

Die Landkarte macht aus vagen Diskussionen konkrete Fragen. Werden Einschreibungen im Aufnahmeverfahren angelegt, aber innerhalb einer Stunde im LMS gebraucht, benötigen Sie eine Echtzeit-Integration oder eine einzige Plattform, keine nächtliche Tabelle. Müssen Endnoten jedes Halbjahr in ein Ministeriumssystem gelangen, muss jemand für diesen Export verantwortlich sein. Anbieter, die anhand Ihrer Landkarte antworten, sind weit nützlicher als Anbieter, die aus ihrer Broschüre antworten.

So entscheiden Sie

Wenn Ihre Situation so aussiehtErwägen Sie
Eine kleine oder neue Schule ohne SIS und mit kleinem SekretariatEin LMS, das auch Leistungsdaten, Aufnahme und Elternkommunikation abdeckt
Eine Schule mit einem gut funktionierenden SISEin eigenständiges LMS, das über Dateien oder einen Standard wie OneRoster daran angebunden wird
Eine große Universität mit etablierten Systemen der StudierendenverwaltungEin spezialisiertes SIS und LMS, verbunden über Standards
Eine kleine oder mittelgroße Hochschule oder ein neues CollegeEine Plattform, die Kursanmeldung, Leistungsdaten und Lehre gemeinsam abdeckt
Ein Träger mit mehreren Schulen oder StandortenEine Plattform, die jede Schule mit getrennten Daten unter einem Konto führt
Eine Online-Schule mit SelbstlernkursenEin LMS, das bei der Kurserstellung stark ist und die Daten von der Einschreibung bis zum Notenauszug führt
Mitarbeiterschulungen in einem UnternehmenEin LMS neben Ihrem Personalsystem; ein SIS ist nicht nötig

Wie das an Hochschulen und in Unternehmen aussieht

Dieselben drei Kategorien gibt es auch außerhalb von Schulen, nur unter anderen Namen.

  • Hochschulen nennen das SIS meist Campus-Management-System oder Studierendenverwaltung. Es verwaltet Studiengänge und Studienpläne, Leistungspunkte, Kursanmeldung, GPA und Studienstatus, die alle komplexer sind als an Schulen. Unsere Ratgeber zur Auswahl eines Systems für die Kursanmeldung und zur Berechnung des GPA gehen ins Detail.
  • Unternehmen brauchen selten ein SIS. Das entsprechende führende System ist das Personalsystem, in dem Mitarbeitende, Abteilungen und Führungskräfte geführt werden. Das LMS weist Schulungen zu, verfolgt den Abschluss und stellt Zertifikate aus.

Das Prinzip ist überall dasselbe: Legen Sie fest, welches System welche Daten führt, und verbinden Sie alles andere damit.

Fragen, die Sie vor dem Kauf stellen sollten

  1. Welches System führt welche Art von Daten: Lernende, Einschreibung, Noten, Anwesenheit und Gebühren?
  2. Wo tragen Lehrkräfte Noten ein, und wie gelangen Endnoten in die Notenauszüge?
  3. Was geschieht mit den Daten, wenn ein Schüler mitten im Halbjahr die Klasse wechselt?
  4. Welche Integrationen gibt es heute, welche sind nur geplant, und wer pflegt sie?
  5. Können wir unsere Daten jederzeit in Standardformaten exportieren?
  6. Wie viele getrennte Zugänge brauchen Personal, Lernende und Eltern?
  7. Welche Berichte müssen wir bei Behörden einreichen, und welches System erstellt sie?

Für einen vollständigen Fragenkatalog an Anbieter nutzen Sie unsere Checkliste für die LMS-Ausschreibung.

Häufige Fehler

  • Ein ERP wegen seiner Finanzfunktionen kaufen und das schwache LMS hinnehmen, das dazugehört. Lehrkräfte spüren den Unterschied jeden Tag.
  • Noten „vorerst“ an zwei Stellen eintragen. Vorübergehende Doppelerfassung wird meist zum Dauerzustand.
  • Die Eltern vergessen. Liegen die Kontaktdaten der Familien in einem System und die Nachrichten in einem anderen, gehen Nachrichten an alte Nummern.
  • Modul-Checklisten statt Abläufe vergleichen. Zwei Produkte können beide „Notenauszüge“ aufführen und völlig unterschiedlich funktionieren.
  • Den Pflegeaufwand für Integrationen unterschätzen. Jede Verbindung braucht eine verantwortliche Person, Überwachung und einen Plan für den Fall, dass sich eine Seite ändert.

Wo Ilmoria sich einordnet

Ilmoria ist ein LMS, das die akademische Seite von Anfang bis Ende abdeckt: Kurserstellung, Prüfungen, das Notenbuch bis hin zu Endnoten und Notenauszügen, Zertifikate, das Elternportal, das Aufnahmeverfahren sowie Rechnungen an Lernende und Quittungen über Zahlungen, die die Schule erfasst. Für Hochschulen kommen Kursanmeldung, Studienleistungen mit GPA und Studienstatus sowie Anwesenheit mit Fehlzeitengrenzen hinzu. Ilmoria ist weder Buchhaltungs- noch Lohnabrechnungssystem und hat keine fertigen Integrationen mit anderen Systemen für Schüler- oder Studierendendaten. Es eignet sich daher für Einrichtungen, die Unterricht und Leistungsdaten an einem Ort haben und die Finanzen in ihrer Buchhaltungssoftware belassen möchten. Fortschrittsberichte, Anwesenheit und Studienstatus lassen sich als CSV exportieren. Sehen Sie, wie es an Schulen und Hochschulen funktioniert.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einem LMS und einem SIS?

In einem LMS findet der Unterricht statt: Kurse, Lektionen, Aufgaben, Quizze, Korrektur und Feedback. Ein SIS ist das maßgebliche System für die Daten der Lernenden: Aufnahme, Einschreibung, offizielle Anwesenheit, Endnoten und Notenauszüge. Lehrkräfte und Lernende arbeiten im LMS, Schülerverwaltung bzw. Studierendensekretariat und Verwaltung im SIS. Manche Plattformen decken Teile von beidem ab.

Braucht eine Schule sowohl ein LMS als auch ein SIS?

Eine Schule braucht beide Funktionsbereiche, aber nicht immer zwei Produkte. Kleine und neue Schulen kommen oft gut mit einem LMS aus, das auch Aufnahme, Endnoten und Notenauszüge abdeckt. Größere Einrichtungen mit etablierten Verwaltungsteams behalten meist ein spezialisiertes SIS und verbinden es über Standards oder Dateien mit dem LMS.

Was ist eine Schulverwaltungssoftware?

„Schulverwaltungssoftware“ ist ein weiter Begriff. Je nach Anbieter kann damit ein SIS für die Daten der Lernenden gemeint sein, ein ERP für Gebühren und Personal, ein LMS für den Unterricht oder ein Paket aus allen dreien. Fragen Sie, welche Funktionen das Produkt wirklich abdeckt, wer welchen Teil täglich nutzt und welches System Noten, Anwesenheit und Gebühren führt.

Ist ein Schul-ERP dasselbe wie ein SIS?

Nein, auch wenn sie sich überschneiden. Ein SIS verwaltet die Daten der Lernenden, etwa Einschreibung, Anwesenheit und Notenauszüge. Ein Schul-ERP verwaltet die betriebliche Seite, etwa Gebühren, Gehaltsabrechnung, Personal und Einkauf. Viele Schul-ERP-Produkte enthalten SIS-Funktionen. Prüfen Sie also, welche Funktionen ein Produkt tatsächlich abdeckt, statt sich auf die Bezeichnung zu verlassen.

Kann ein LMS ein SIS ersetzen?

Manchmal. Ein LMS kann ein SIS ersetzen, wenn es Aufnahme, Einschreibung, Endnoten, Notenauszüge und die Berichte abdeckt, die Sie bei Behörden einreichen müssen. Prüfen Sie, ob sich Endnoten bestätigen, sperren und in offizielle Notenauszüge umwandeln lassen und ob Sie Daten in den Formaten exportieren können, die Aufsichtsbehörden und andere Einrichtungen verlangen.

Weitere Ratgeber

Sehen Sie, wie Ilmoria an Ihrer Schule funktionieren würde

Ein 30-minütiges Gespräch mit jemandem aus unserem Produktteam. Bringen Sie Ihren Stundenplan, Ihre Bewertungsregeln und Ihre schwierigste Frage mit. Wir zeigen Ihnen, wie Ilmoria damit umgeht, auf Englisch oder Arabisch.

Oder per E-Mail an info@ilmoria.com